Das Wesentliche kurz dargestellt

Wie jeder Hund, so ist auch der Schäferhund, ein Rudeltier - mit einem festen Platz innerhalb seines Rudels. Es ist deshalb wichtig, dass der Mensch der Rudelführer ist und bleiben muss.
Hat der Hund seinen Platz im Rudel gefunden, wird das Miteinander einfacher und fruchtbarer.

Das Rudel ist eine Gemeinschaft mit klar definierten Aufgaben und Forderungen. Hier ist das Rudel die Familie. Nur wenn eindeutige Strukturen bestehen und der Hund seine Aufgaben kennt, ist sein Wohlergehen garantiert - falls nicht, entstehen Stresssituationen, der Hund steht unter gewaltigem Druck und versucht die Führung zu übernehmen. Es kann zu unerfreulichen Situationen kommen und führt letztendlich zum Auseinanderbrechen einer funktionierenden Beziehung zwischen Mensch und Hund.

Das Hinführen zu einem ehrlichen und freudigen "Teil" einer Gemeinschaft (Mensch/Hund) beginnt bereits im Welpenalter. Es muss aber immer daran gedacht werden, dem Hund seine Jugend zu belassen und nur seinem Alter entsprechende Aufgaben zu stellen - Geduld ist hier das oberste Gebot. Nur so wird eine soziale Integration des Hundes erreicht und ist damit ein notwendiger Bestandteil einer artgerechten Haltung.

Jede Hunderasse hat unterschiedliche Veranlagungen - dementsprechend müssen unterschiedliche Aufgaben und Anforderungen gestellt werden.
Der Deutsche Schäferhund erhält aufgrund seiner Körperbaus und seiner allgemeinen inneren Veranlagung seine Herausforderung in der Ausbildung zum Schutz-, Herdengebrausch-, Rettungs-, Lawinen-, Dienst-, und Sporthund im Allgemeinen z.B. Agility (Aufzählung ohne Anspruch auf Vollständigkei).. Der Schäferhund findet hier zum "artgerechten Leben" und wird zum arbeitsfreudigen und ehrlichen Teil eines intakten Rudels. 

An dieser Stelle kommt unsere Ortsgruppe: Hier werden der Hund und Hundeführer als Rudelchef unter Anleitung ausgebildet, um durch einen ganz bestimmten Zielerreichungsgrad das Alltagsleben zu bereichern und ausgeglichener zu gestalten - und wenn noch weitere sportliche Ziele erreicht werden sollen, unsere Prüfungsordnung bietet ausreichend Gelegenheit mit vielen Prüfungsarten und Prüfungsstufen

Grundlage aller Prüfungsarten und Prüfungsstufen ist das Bestehen der Begleithundprüfung.
Diese Prüfung besteht aus zwei Teilen:

I: Leinenführigkeit, Unbefangenheit, Freifolge, Sitz aus Bewegung und Ablegen in Verbindung mit Herankommen
(diese Aufgaben werden auf unserem Übungsgelände geprüft)
II:Verkerssicherheitstest
Der Hund hat sich angeleint gleichgültig gegenüber Passanten und im dichten Verkehr unbefangen zu verhalten.
Außerdem wird der Hund fest angebunden und für einige Zeit (ca. zwei Minuten) allein gelassen. Während der Hundeführer außer Sichtweite des Hundes ist, sollte er weder Passanten noch anderen Artgenossen belästigen oder gar anknurren.




Wird die Begleithundprüfung zum ersten Mal abgelegt, muss der Hundeführer vorab einige theoretischen Fragen beantworten (keine Angst, der Fragenkatalog steht fest und kann vorher geübt werden). Ist die Begleithundprüfung bestanden, wird von den meisten Kommunen dies als Befähigung zu Haltung von "großen Hunden" anerkannt.

Wir alle kennen die Leistungen des Hundes im Bereich der Nasenarbeit -  Rauschgift- Leichenspür-, Sprengstoff-, und Rettungshunde zeigen uns ihren überragenden Geruchssinn.
Der Geruchssinn ist das Organ, womit sich der Hund im Wesentlichen orientiert. Nur wenn dieses Sinnesorgan immer wieder beansprucht wird, verkümmert es nicht. Damit dies nicht passiert, lernt der Hund bei uns auf unterschiedlich langen und/oder Fremdfährten verlorene Gegenstände mit seiner Nase wiederzufinden.

Auf Grund seiner Abstammung her ist der Deutsche Schäferhund (und wird es auch hoffentlich bleiben)  ein Beutejäger mit einem natürlichen Trieb- und Aggressionverhalten.  Dieses natürliche Verhalten muss in geregelten Bahnen kanalisiert und kompensiert werden. Die vom Fachmann als "Schutzarbeit bezeichnete Möglichkeit lässt dem Hund seinen Beutetrieb ausleben. Hier zeigt es sich, dass der ausgebildete und aktive sportliche Hund zufriedener und damit ausgeglichener ist.
Wir sehen, neben der Unterordnung und der Fährtenarbeit ist die Schutzdienstarbeit eine weitere Möglichkeit ein noch besseres "Rudel" zu bilden

An dieser Stelle möchte ich meine Ausführungen zum Sinn einer Hundeausbildung beenden und hoffe, dass ich Interesse für einen Besuch unserer Ortsgruppe geweckt habe.

Übrigens, bei uns ist jeder Hund willkommen - egal ob Schäferhund oder nicht!  Wer Hunde mag und den Hund als Partner sieht, ist bei uns herzlich willkommen.

Helmut Angendohr
(Schriftführer OG Kaldenkirchen)