Die Geschichte unseres Vereins in Kurzform

Verfasser: Helmut Angendohr

Am 01.06.1955 wurde unser Verein durch den Hauptverband in Augsburg anerkannt. Ein Datum , das aber nicht den tatsächlichen Zeitpunkt nennt, seit dem man in Kaldenkirchen und Umgebung mit dem besten Gebrauchshund der Welt - dem Deutschen Schäferhund - arbeitet. Bereits drei Jahrzehnte früher, also 1925, trafen sich Schäferhundfreunde in Kaldenkirchen.    

Auf der Gründungsversammlung am 19.12.1954 setzte sich der Vorstand wie folgt zusammen.    

Vorsitzender:  HerrHepperich                 Zuchtwart:        Herr  Dings 

 Ausbildungswart:  Herr Käsler             Schriftführer:    Herr Mayus   

Das erste Übungsgelände war ein " Bolzplatz  "  gegenüber dem heutigen Sportplatz des TSV Kaldenkirchen . Von einem wirklichen  Vereinsgelände konnte nicht gesprochen werden. es wurde jedoch intensiev mit den Hunden gearbeitet. Gemessen am heutigem Standard , wären nur wenige bereit sich so einem Verein anzuschließen. Mit einfachen Hilfmitteln und ohne einen Unterstand wurden  Hunde ausgebildet und  Prüfungen  durchgeführt.                                                                                                                                                                 

Unser 1. und langjähriger Ausbildungswart Erich Käsler war mit dem Namen der OG. Kaldenkirchen fest verankert. Als Zollhundeführer und Ausbilder für Zollhunde war er der Garant für das Erreichen der Ausbildungsziele. Seine Art mit Hunden zu kommunizieren, würde ihn heute zum " Hundeflüsterer " machen. Erich lebte mit und für seine Hunde.


"Erste Mannschaft" (zweiter von re: W. Thönißen)


Im Jahre 1965 erhielten wir ein neues Übungsgelände, endlich ein Gelände nur für uns. Es befand sich am Ortseingang von Kaldenkirchen, der heutigen Kölner Straße. Die nahegelegene Gastwirtschaft bot die Möglichkeit Versammlungen, Diskussionen und Fachgespräche abzuhalten. Ein verständnisvoller Verpächter ließ uns alle möglichen Unterstützungen zukommen. Die damaligen Vorsitzenden Dr. A. Päßler und dann J. Jongmanns waren die Leibwächter einer vernünftigen Vereinsführung. Willi Thönißen ist einer der fast von Anfang an dabei war. Sportsfreund Willi Thönißen trat als Zehnjäriger in unseren Verein ein. Bis heute ist er das, was er immer war: Ein aktives Mitglied mit klaren Zielsetzugen, gepaart mit dem Willien , Verantwortung zu übernehmen. Seit vielen Jahren ist er unser Zuchtwart.


 Nachdem unsere Platzanlage, einschließlich der Gaststätte , verkauft wurden und anderweitig genutzt werden sollte, mussten wir wieder unsere Koffer packen und einen neuen Übungsplatz suchen.

1975 erhielten wir ein Grundstück mitten im Grenzwald. Trotz mündlicher Zusagen war die Freude nur von kurze Dauer. Wir hatten gerade unseren Übungsplatz eingerichtet und eine Prüfung abgehalten, mußten wir laut behördlicher Anordnung das Gelände verlassen. Warum eigentlich ? Zwei Dinge hatten wir ganz einfach zu wenig: "Vitamin B" und Geld. Aber wir gaben nicht auf. 1978 erhielten wir, Dank Jakob Jonkmanns ( damalige Vorsitzender ), ein Vereinsgelände in Nettetal - Leuth, Am Heidweg, nahe der niederländischen Grenze. Hier konten und durften wir auch ein Vereinsheim, wenn auch sehr bescheiden, er - und einrichten. Hunderte Arbeitsstunden waren notwendig um einen halbwegs vernünftigen Übungsplatz anzulegen. Trotz vieler Schwierigkeiten, die Gemeinschaft wurde noch enger zusammen geschweisst, konnten wir anlässlich unseres 25 jährigen Bestehens am 01.06.1980 einen Palkampf ausrichten.Wir waren mächtig stolz.
Es folgten die bisher aktivsten Jahre unseres Vereins. Überdurchschnittliche Leistungs -und Zuchtergebnisse und Kontakte zu vielen umliegenden Ortsgruppen machten unseren Verein innerhalb der Landesgruppe bekannter. 1987 konnten wir die Landesgruppen - Ausscheidungsprüfung durchführen. Von namhaften SV - Vertretern wurde uns eine organisatorische Meisterleistung und eine LG - Großveranstalltung mit Herz bescheinigt. 1995 waren wir Ausrichter der Landesgruppen Sonderschau für jugendliche Hundeführer. Mitten in der Hochkonjunktur schlug es wie eine Bombe ein: Der Vermieter kündigte uns den Pachtvertrag.

Und wieder fing die Suche nach einem geeigneten Grundstück an. Diesmal war die Zielsetzung eindeutig: Es kam nur eine Bleibe in Frage, die durch einen langfristigen Pachtvertrag abgesichert war; und wir erreichten dieses Ziel. Es ist unser derzeitiges ( und hoffentlich auch noch viele Jahrzehnte ) phantastisches Übungsgelände mit einem gemütlichem Vereinsheim. Unsere Kassenwartin Ursel Wefers und unser Zuchtwart waren an dieser Aktion maßgeblich beteiligt.
Auf den beiden Zuchtschauen im Jahre 2000 und 2002 konnten sich viele Besucher von dieser mustergültigen Vereinsanlage überzeugen. Auserdem wurden hier bereits viele OG - Prüfungen und Pokalwettkämpfe durchgeführt.

Es gab Situationen, an denen unser Verein zu ersticken drohte, und Augenblicke die einen Fragen ließen: " Wo sind die übrigen Hundefreunde ? " Bei der Beurteilung dieser vielen schwierige Situationen, fanden sich aber immer Lösungen die auf eine breiten partnerschaftlichen Basis standen. Wer ehrliche Sportsfreunde hat, Differenzen in sportlicher Weise ausräumt, demokratische Entscheidungen akzeptiert und sich selbst kritisiert, wird immer eine Chance haben.

Am 05.06.2005 veranstalteten wir eine große Zuchtschau ; wir hatten Geburtstag und sind 50 Jahre alt geworden.

Wir sind stolz auf uns!!


 

19 März 2013 - Ich schreibe unsere Vereinsgeschichte weiter!

Nach unsere Zuchtschau 2005, waren wir uns einig: Wir wollten alle zwei Jahre eine Zuchtschau veranstalten. Dank unseres Zuchtwartes Willi Thönißen konnten wir diese Ziele erreichen. 2007, 2009 und 2011 veranstalteten wir die geplanten Zuchtschauen - mit großartiger Resonanz der Besucher und Aussteller. Auch dieses Jahr (2013) werden wir am 12. Mai eine Zuchtschau durchführen.
Durch das geänderte Reglement der Körorte durch unsere Landesgruppe, konnten wir bereits zwei Körungen zur Zufriedenheit des Landesgruppen Zuchtwartes Herr Hans-Peter Fetten ausrichten - unsere Ortsgruppe wurde bekannter und man bescheinigte uns sehr gutes Organisationsvermögen und ausgezeichnetes Veranstaltungsgelände.
Das wir jedes Jahr zwei Leistungsprüfungen abhalten konnten, war ein Verdienst unseres damaligen Übungswartes Josef Korsten.
Er war Vorbild in Zucht und Ausbildung. Mit seienem Hund "Zito vom Steckenpferd" erhielt er viele Höchstbewertungen bei Ausstellungen (einschl HZS) und Leistungsprüfungen. 

Am 11. April 2010, im Alter von 57 Jahren, während der Pflichterfüllung seiner Aufgaben als Übungswart im Fährtengelände, verstarb plötzlich und unerwartet unser Juppi, vor den Augen seines langjährigen Sportsfreundes Franz-Josef Dick.
Die meisten Mitglieder erreichte die Schreckensmeldung auf unserem Vereinsgelände, sie warteten auf Juppi, um nach seinen Anweisungen mit der Unterordnung beginnen zu können. Wir waren erschüttert und fanden keine Antwort auf die Frage: Wie soll es weiter gehen?

Ohne zu zögern übernahm Doris Ginditzki, unsere zweite Zuchtwartin, die Aufgaben des Übungswartes und Franz-Josef Dick stellte sich als Helfer zur Verfügung.
Kurze Zeit später erhielt Doris die Lizenzen als Übungswartin und Zuchtwartin - eine neue Generation übernahm Verantwortung.
Zwischenzeitlich durften wir Hubert Claahsen als weiteren Helfer begrüßen - der Übungsbetrieb war gesichert.

Am 12. Mai 2013 durften wir wieder ein Sonderschau abhalten. Wie immer: In allen Belangen ein voller Erfolg!

Rückblickend müssen wir leider feststellen, dass unsere Mitgliederzahl stetig sinkt, ein Trend der nicht nur unseren Verein trifft, sondern generell festzustellen ist.
Es scheint immer schwieriger, Menschen für unseren Sport zu gewinnen. Wir hoffen, dass sich diese negative Entwicklung aufhalten lässt.
M.E. sind hier Transparenz und Ehrlichkeit in der Sache Grundvoraussetzung, dass es wieder "bergauf" geht.

Durch den regelmäßigen Besuch, insbesonders unserer holländischen Freunde und den beiden Helfer Franz-Josef Dick und Hubert Claahsen, wurden unsere Übungsstunden mit anschließen fachlichen Diskussionen lebhaft und vielseitig - bei uns war wieder "richtig was los".

Und dann der 04. Juli 2013, wieder nahm uns das Schicksal einen Menschen, der unsere Ortsgruppe unverwechselbar lenkte und stets ein Vorbild von Verlässlichkeit war.
Unser langjähriger Zuchtwart, Motor und Lenker unseres Vereins Willi Thönißen starb nach schwerer Krankhei mit 64 Jahren. Willi war über fünfzig Jahre Mitglied unserer Ortsgruppe und in all denJahren immer an verantwortungsvoller Stelle. Wie sollte es weitergehen?

Trotz schwerer Trauer , seine Tochter Doris übernahm noch mehr Verantwortung. 
Als lizenziert Zucht- und Ausbildungswartin wird sie die Zukunft unseres Verein maßgeblich mittragen.

 

 

Helmut Angendohr
(Schriftwart)